Nauti Siren

Das nenn ich mal eine wilde Mischung! Die noch recht frische Band „Nauti Siren“ ist ein Duo, das aus bekannten kalifornischen Größen besteht: Jessie Evans von der Postpunk/Gothrock Band „The Vanishing“ und Dmitry Brill von „Deee-Lite“. Genau die „Deee-Lite“, die wohl so ziemlich jede/r von ihrem Hit „groove is in the heart“ kennen dürfte. Keine Ahnung, wie es zu der musikalischen Zusammenarbeit gekommen ist. Laut Bandcamp Seite haben sie bei einem Remix Projekt kennen gelernt. Und das Ergebnis? Nun, das lässt sich schwerlich beschreiben. Sie selber nennen das Urban Dub mit Electro Funk und Afrobeat. Ok… Irgendwie so. Vielleicht auch moderne, fett produzierte Exotika? Aber tatsächlich hat das was.

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The Boo Radleys

Kennt noch wer die britische Band „Boo Radleys“, die in den 90ern während des Brit Pop Hypes mit dem Song „wake up boo!“ große Erfolge feiern konnte. Ein wirklicher Durchbruch blieb ihnen verwehrt. Zu sehr verweigerten sie sich berechenbaren Klischees. Man höre sich nur das auf den Hit folgende Album „c’mon kids“ an. Das gleicht einer Totalverweigerung. Und ihr Opus Magnus veröffentlichten sie sowieso bereits 1993 mit dem schwer psychdelisch-poppigen „giant steps“. 1999 kam der Split. Und 2022 die überraschende Re-Union der originalen Mitglieder – allerdings ohne den prägenden Songschreiber und Gitarristen Martin Carr. Es folgten zwei Alben, die leider weit hinter den alten Alben zurückblieben und eher langweilten. Gerade ist nun aber der neue Song „living is easy“ erschienen, der an die alte Stärke anzuschließen scheint. Wenn sie das auf Albumlänge durchalten, wäre das großartig!

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Glaring – Life On Other Planets Is Difficult

Das Projekt „Glaring“ oder auch „CVSY“ ist ja bekannt für viele aufeinander folgende Releases. In den letzten Monaten sind es weniger geworden. Die Hamburger Künstlerin lässt sich mehr Zeit zum Feilen. Zumindest scheint es so, auch wenn man die Musik hört. Auf dem Schweizer Label Lux Rec ist soeben „life on other plantes is difficult“ erschienen. Das Label ist ja für etwas abwegigere, aber immer spannende elektronische Releases bekannt. Da hat sich „Glaring“ prima angepasst. Analoge Synthie-Melodien fügen sich in eine Soundwand aus düsteren Flächen und Gesang. Manchmal weiß man das nicht so genau, was es nun ist. Spannendes Album, das mit „forever“ eine Art Hit hat. Bisher nur digital. Im Juni dann auch auf Vinyl.

https://luxrec.bandcamp.com/album/life-on-other-planets-is-difficult

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Modem – Interface

„Modem“ kommen aus Finnland. Seit 2022 sind die beiden aktiv und haben in der Zeit zwei Alben veröffentlicht. Zuletzt im Oktober „interface“. Sie werden gerne mit Synthpop und Italo beschrieben. Soweit so uninteressant. Allerdings heben sich „Modem“ von dem Genre Einerlei vor allem durch den bemerkenswerten Gesang von Tytti Roto ab. Der erinnert an die 80er Jahre Bands aus Ex-Jugoslawien. Man denke nur an „Denis & Denis“ oder „Videosex„. Dazu passen sich tolle Synth Melodien ein und macht beide Alben richtig gut. Leider sind die in Deutschland wegen eines fehlenden Vertriebs derzeit noch schwierig zu bekommen. Bei der Qualität der Musik wird sich das hoffentlich bald ändern… Lediglich das Cover Artwork der Alben lässt etwas zu wünschen übrig. Aber es geht uns ja um die Musik, oder?

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Exek – Prove The Mountains Move

Neues Label, neues Glück! Die australischen „Exek“ wussten schon immer mit leicht abwegigem (Indie?)Pop zu begeistern. Leider waren ihre Platten nicht so leicht zu bekommen. Es fehlte das passende Label bzw. der passende Vertrieb. Mit dem Neuling „prove the mountains move“ sind sie nun auf DFA gelandet und haben damit auch einen brauchbaren Vertrieb für Europa. Und ihre Musik: Die ist weiter ungewöhnlich wie gewohnt. Schöne Melodien, interessante Sounds und Arrangements. Herrlich. Bei „you have been blessed“ haben sie sich recht auffällig bei Lou Reeds „perfect day“ bedient. Wenn man das aber so charmant macht, geht das in Ordnung. Und auch hier passt wieder der Vergleich zu älteren „Momus“ Releases. Tolles Album.

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Sister Irene O’Connor – Fire Of God’s Love

Das hier ist gleichermaßen skuril wie auch großartig. Sister Irene O’Connor ist tatsächlich eine (australische) Nonne. 1973 hat sie das Album „fire of god’s love“ veröffentlicht. Die Stücke sind selbst geschrieben und wurden mit Hilfe einer Ordensschwester aufgenommen. Die Orgelsounds, die Gitarre und die Drum Machine werden zusammen mit entrückten Effekten und dem psychedelischem Folk-Gesang zu einer überraschend aufregenden Musik. Ich bin sicher, dass „Broadcast“s Trish Keenan dieses Album kannte. Denn eigentlich klingen gerade Keenans Demo Aufnahmen genau so! Da die Auflage damals klein war, wurde „fire of god’s love“ zum holy grail von Freund*innen spaciger Folkexperimente. Ende 2025 erschien nun endlich die erste autorisierte Neuauflage (Bootlegs gab es bereits einige). Tipp!

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Touch By Touch – Power Dynamics

Just heute ist das Debüt Album „power dynamics“ des Wiener Duos „Touch By Touch“ erschienen. Bisher konnten sie einige Aufmerksamkeit mit ihrem „Max & Intro“-Cover „ostavi sve“ auf sich ziehen. Nun also eigene Musik und das auf Kernkrach. Hier geben sie sich bisweilen auch etwas düsterer. Am besten funktionieren aber die poppigen Tracks, die wegen des Gesangs Erinnerungen an „Boytronic“ wecken. „body language“ und „talk talk talk“ sind da gute Beispiele. Wenn mehr Gitarre zu Einsatz kommt und ein dunkler Gesang wie in „aldozat karhozat“ hat man das Gefühl, sie wollten den ersten Preis im „She Past Away“-Soundalike-Contest gewinnen. Das sollten sie lieber sein lassen. Der Pop Appeal von „Boytronic“ steht ihnen deutlich besser zu Gesicht. Zum Glück überwiegen die poppigen Tracks!

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Kühle Matrosen – Randalé À Paris

Es hat sich ja schon eingebürgert, dass uns „Kühle Matrosen“ die Wartezeit auf das neue Album mit digitalen Releases von Seiten-Projekten und mit Live Aufnahmen versüßt. Anfang des Jahres spielten die „Matrosen“ in Paris auf dem Synth Frequency Festival. Nun gibt es eine ziemlich rohe Aufnahme davon, die aber gerade deshalb den Vibe der Veranstaltung prima einfängt. Abriss!

https://kuehlematrosen.bandcamp.com/album/randal-paris-km-live-at-synth-frequency-2

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Klez.e – Einmal Mehr Mit Dir Gegen Die Furcht

Zwei Jahre ist das gelungene und zurecht gefeierte letzte Album „erregung“ der Band „Klez.e“ her. Im Juni folgt „einmal mehr mit dir gegen die furcht“. Davon gibt es bislang der Song „hymnus“ zu hören. Ein Song voller schwerer Melancholie – wieder angefüllt mit den typischen „Cure“-Vibes. Sehnsucht in Musikform. Wenn das Album hält, was der Song verspricht, wird das toll!

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Kostenfalle – Das Geflecht

Ebenfalls auf dem TickTack Abend präsentierte sich das Duo „Kostenfalle“ mit ihrem Debüt Album „das geflecht“. Das war die beiden veranstalten kann sicher am besten als Synthpunk bezeichnet werden. Ergänzt mit viel 80ern und einer gehörigen Portion Dringlichkeit. Die Stücke machen ordentlich und reißen besonders live mit. Da bleibt niemand ruhig sitzen! Auch auf Lp gelungene Sache! Von „Kostenfalle“ werden wir auf jeden Fall noch einiges hören!

https://ticktackplatten.bandcamp.com/album/das-geflecht

(vk)