SGRA – Timewave

Der verrückte Mann aus Dusiburg ist nach zwei Jahren Pause zurück! Und zwar mit der neuen 7-Track EP „timewave“. Und was hat sich bei „SGRA“ seit der letzten Ep getan? Die Produktion ist besser geworden. Ansonsten beherrscht der etwas krude Sprechgesang und der druckvolle Electrosound weiterhin das Bild. Wie jüngst auf dem Unter Null Festival ausprobiert, funktioniert das ganz wunderbar auf dem Dancefloor. Das wird mit den neuen Tracks nicht anders sein und man kann es sich besonders bei dem knackigen „silence and fire“ sehr gut vorstellen. Etwas mehr Abwechslung als bei den bisherigen EPs fällt auf und tut „timewave“ sehr gut. Wieder digital und zum name your price. Kauft und gebt viel!

https://sgra-techno.bandcamp.com/album/timewave

(vk)

Toy Shop 2.0 – Future Retro

Wow! Das ist ja mal was: „future retro“ ist das erste neue Release von „Toy Shop“ – nun unter dem Namen „Toy Shop 2.0“ – seit über 40 Jahren! Das Minimal Projekt bleibt sich dabei weitgehend und produziert auch heute noch erstkalssigen Minimal. Die 14 Tracks umfassen 10 Coversongs, einen komplett neuen Track und drei Neuaufnahmen alter Tracks. Überraschend, wie das alles gelingt, ohne verstaubt zu klingen. Und so klingt das Album deutlich überzeugender als die 80er Demos, die 2020 erschienen. Mein persönliches Highlight ist dieses Cover:

https://thetoyshop.bandcamp.com/track/pretty-vacant

(vk)

Pink Turns Blue – Ghost

Der Re-Issue Reigen des „Pink Turns Blue“ Backatalogs geht weiter. Nach den ersten beiden Alben „if two world kiss“ und „meta“, die beide 2019 auf Dais wiederveröffentlicht wurden, folgt nächste Woche „ghost“ und damit erstmals eine Neuauflage eines Albums aus der Zeit nach der Band-Reunion 2003. „ghost“ erschien 2007 und war der Nachfolger des Re-Union Albums „phoenix“ von 2005. Damals nur als CD erschienen, bringt uns die Neuauflage nicht nur die CD, sondern auch eine Vinylauflage. Beim Hören heute fällt auf, dass das Album tatsächlich gut gealtert ist mit seinem Versuch, dem typischen Band Wave Sound möglichst viele Facetten abzuringen. Übrigens ist das Vinyl Version auf 300 Exemplare limitiert! Das solltet Ihr schnell zuschlagen!

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(vk)

Black Jeans

Das interessante Projekt „Black Jeans“ aka Russell Butler habe ich jüngst erst entdeckt. Dabei stammen die beiden bisherigen Alben aus den Jahren 2011 und 2013. Interessant ist der düstere Synthsounds deshalb, weil er etliche heute relativ bekannte Artists vorwegnahm. Der artifizielle Gesang erinnert an „Dancing Plague“. Musikalisch geht das Einiges zwischen „Soft Moon“ und „Position Parellèl“. Dazu noch einige experimentellere Ausflüge. Alles recht spannend. Seltsam, dass „Black Jeans“ etwas unterging… Der Künstler ist bis heute aktiv und macht Drone unter seinem Namen Russel Langston Ellington Butler oder an die späten 90er erinnernden Clicks’n’Cut unter dem Namen „(G)„. Schade, „Black Jeans“ war deutlich spannender….

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(vk)

Not-Op – Zustand 3

Wer „Kühle Matrosen“ mal live gesehen hat, kennt den bisher einzigen „Not-Op“ Track „weltraumsex“. „Not-Op“ ist schließlich einer der etlichen Projekt Namen, unter denen Lars Trombose neben „Kühle Matrosen“ unterwegs ist. Gerade sind die vier neuen Tracks „zustand 3“ erschienen. Wie gewohnt geht es minimal treibend zu. Allerdings fügt der Matrose hier spleenige Ideen mit ungewöhnlich, richtig gesungenen Gesangsmelodien zusammen. Großartige Ep, die uns die Zeit auf das neue „Kühle Matrosen“ Album versüßt. „ton horreur“ ist dabei noch zu erwähnen, weil es sich um einen Diss Track gegen den politisch zweifelhaften Alexandre Grand („Le Syndicate Electronique“) handelt. Cooles Ding! Mein Highlight ist aber das hier:

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(vk)

Boy Harsher – Get Mean

Sieben ganze Jahre hat sich das hippe Duo „Boy Harsher“ für ihr sein neues Album Zeit gelassen. Zwar waren die beiden in der Zwischenzeit nicht untätig, in anderen Projekten aktiv und veröffentlichten einen Soundtrack. Aber das letzte „richtige“ Album liegt tatsächlich sieben Jahre zurück. Wenn man solch einen Hype erfahren hat wie die beiden, ist es schwierig ein neues Album aufzunehmen. Soll man sein eigenes Klischee weiterführen (weil man damit Erfolg hatte) oder einen Bruch wagen? „Boy Harsher“ haben beides getan. Zunächste fällt auf, dass „get mean“ viel weniger „clubbig“ daherkommt. Die Stücke sind eher Stücke als Tracks und haben bisweilen Indie Pop Charakter. Hier und da hält eine Gitarre (oder ein nach Gitarre klingender Synthie) Einzug. Das gibt einen gewissen Wave Vibe. Also vieles anders. Und gleichzeitig klingt das alles nach „Boy Harsher“ allein wegen Jae Matthews Stimme – auch wenn sie ganz anders zu singen versucht. Die Beats sind etwas zu wenig abwechslungsreich, sodass die erste Hälfte des Albums etwas gleichförmig klingt. Aber nach mehrmaligem Hören entdeckt man immer wieder Neues und „get mean“ wächst. Bei „ice pick (walk away“ zeigen sie, dass sie auch ironisch können. Hier haben sie offenbar bei den „Sisters Of Mercy“ gesamplet („walk away“!) und daraus etwas Zeitgenössisches gebastelt. Ich habe bei diesem Album nichts erwartet, muss aber zugeben, dass ich ausgesprochen positiv überrascht bin und bedenkenlos eine Empfehlung aussprechen kann.

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(vk)

Luke Haines & Mike Smalle – From the Tombs

Wenn mich nicht alles täuscht, habe ich noch nie direkt etwas über den Musiker Luke Haines geschrieben. Dabie hat er musikalisch einiges bewegt als Teil von „The Auteurs“, „Black Box Recorder“ und zeitweilig sogar den „Swell Maps“. Darüber hinaus schreibt er noch geistreiche Bücher. Und im November erscheint das ambitionierte Doppelalbum „from the tombs„, das er zusammen mit dem irischen Musiker Mike Smalle („Cane141“) aufgenommen hat. Es ist ein Konzept Album über die Verbrechen in Irland und in der irischen Diaspora überall in der Welt von 1800 bis 1920. Klingt wild und ist es auch. Musikalisch wird es entsprecht breit gefächert. Dazu tragen auch die vielen Menschen bei, die auf die ein oder andere Art und Weise einen Beitrag zu dem Werk geleistet haben: Sean O’Hagan („Microdisney“, „High Llamas“), Fergal Lawler („Cranberries“), June Miles-Kingston („Everything But The Girl“, „The Communards“), Marcus Holdaway („High Llamas“), Bernard Butler („Suede“; „McAlmont & Butler“;,“The Tears“), Hugh Bunker („Fatima Mansions“), Damian O’Neill („The Undertones“) und noch viele andere. Das verspricht spannend zu werden…

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Beck – Ride Lonesome

Anfang des Jahres beglückte uns „Beck“ noch mit der schönen Compilation „everybody’s gotte learn sometimes„. Nun ist soeben mit „ride lonesome“ ein komplett neues Album erschienen. Der Legende nach ist es der Abschluss einer Trilogie bestehend aus „sea change“ (2002), „morning phase“ (2014) und eben „ride lonesome“. Dass hier eine geplante Trilogie über Schmerz und Sehnsucht vorliegt, halte ich zwar für Marketing Unsinn. Aber alle drei Alben eint sehnsüchtig schwelgerische Musik auf überwiegend akustischer Grundlage. Akustikgitarre, Klavier und Streicher bilden das Fundament. Dazu eine von den 70ern beeinflusste Produktion. Das alles bringt bei „Beck“ gekonnt Sehnsucht und Melancholie zum Ausdruck. Was bei „sea change“ mit den Anleihen an Gainsbourgs „histoire de melody nelson“ genial funktionerte und ein Meisterwerk schaffte, gelang bei „morning phase“ nur bedingt. Auf „ride lonesome“ gelingen die Harmonien wieder deutlich besser. So liefert „Beck“ hier sicher eines der besten Herbst Alben des Jahres ab. Zwar wird er die Genialität eines „lonesome tears“ wohl nicht mehr erreichen… Vielleicht ist das auch etwas zu viel verlangt; denn „ride lonesome“ ist und bleibt ein starkes Album!

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(vk)

Rosachrom – Rosachrom (Das Gesamtwerk)

Die Band „Rosachrom“ stammt aus Österreich. Das Trio macht Underground NDW im weitesten Sinne. Ihre Musik ist für jene Zeit moderner Pop. Aber intellgent und nicht mit erzwungenen „Hits“. Die Gesangsstimme erinnert dabei verwirrend stark an Tommi Stumpff – verwirrend deshalb, weil die Musik zu keiner der Stumpff Projekte passen will. Das erinnert vom Vibe her an „Neuland„. Das ist alles nichts für den Club, liefert aber ganz sicher einen Neon-80s Vibe. Bereits 2021 ist das Gesamtwerk der Band neu als LP plus CD erschienen, wobei die CD noch Live Aufnahmen und ein Demo enthält. Schönes Ding, das viel mehr Beachtung verdient hätte!

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Tense – No Cure

„Tense“ kommen aus Berlin und scheinen die Nachfolge Band(?) der Postpunk/Noise Fomation „Pigeon“ zu sein. Anfang des Monats erschienen mit „no cure“ das Debüt. Hier führen sie zwar den „Pigeon“ Bandsound fort, aber betonen mehr eine Punk/Postpunk Attidtüde. Hier gehts schnell, ruppig und treibend voran. Das ist alles nicht neu, aber in der Konsequenz super und live sicher großartig. LP gibt es günstig via Mangel und den Download zum Name your price! Tipp!

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