The Short Wave Mystery – The Complete Broadcasts

Minimalkombinat hat es wieder getan und sich selber mit einem grandiosen neuen Release übertroffen: Dieses Mal eine Lp plus drei(!) CDs der obskuren US-Band „The Short Wave Mystery“. Die Band selber veröffentlichte 1985 lediglich ein 4-Track Ep. Das wars. 2010/11 veröffentlichte das Minilabel (W|S) World Service Collective die EP neu. Darüber hinaus eine Ep mit sechs weiteren Tracks und on top eine CDr mit 15 Tracks aus dem Backkatalog der Band. Das bescherte dem Quartett unverhofften späten Ruhm. Tracks wie „pilots“ oder „seperate divisions“ wurden Dancefloor Filler. Die Musik ist dabei zwar Synthpop, aber mit so ungewöhnlichen Sounds, dass „Short Wave Mystery“ eigentlich mit keiner anderen Band des Genres vergleichbar ist. Die Eps sind inzwischen nur noch für extrem hohe Preise auf einschlägigen Plattformen zu bekommen. Dieses neue Release fasst eine Auswahl von 10 Tracks auf Vinyl zusammen und wird ergänzt durch drei CDs mit sämtlichen bisherigen Releases der Band plus Demos und unveröffentlichtem Material. Ein rundum sorglos Paket also. Großartig!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Frankie Goes To Hollywood – Radio One Sessions 1982-1983

Die britische Band „Frankie Goes To Hollywood“ dürfte sicher den meisten bekannt sein. Ebenso ihr krass überladen von Trevor Horn produziertes Debüt „welcome to the pleasuredome“. Dass die Band eigentlich eine waschechte Postpunk Band war, wurde spätestens mit Release der Deluxe Version des Debüts im letzten Jahr offenbar. Die enthielt die Radio Sessions der Band von 1982 und 1983. Zum Record Store Day, den ich ja eigentlich pauschal ablehne, sind diese Sessions als einzelne Lp erschienen. Die Versionen der bekannten Songs des Debüts von „relax“ bis „power of love“ sind ausgesprochen spannend und gleich in mehrerer Hinsicht aufschlussreich. Zum einen fügen die postpunkigen Versionen den großen Popnummern ganz neue Facetten hinzu. Die Songs sind wirklich gut! Gleichzeitig erfährt man, was passiert, wenn junge Bands von großen Produzenten durch die Mangel genommen werden. Denn allzu viel haben diese Versionen mit den bekannten nicht gemein. Vielmehr denkt man an die ganz frühen „Simple Minds“, die ja auch ganz anders klangen, bevor deren großen Erfolge kamen. Auch wenn Record Store Day Release: Unbedingte Kaufempfehlung!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Tricky – Different When It’s Silent

Der Brite „Tricky“ dürfte sicher als einer der TripHop Mitbegründer gelten. 31 Jahre nach dem Debüt erscheint im Juli sein neues Album „different when it’s silent“. Eigentlich sollten die Tracks mit einem seiner zahlreichen Seitenprojekt veröffentlicht werden. Wegen der hohen Qualität aber konnte der Manager „Tricky“ zum Glück überzeugen, mit den Songs sein eigenes neues Album zu füllen. Vorab gibt es den Track „out of place“ zu hören, der sich verblüffend nah am Frühwerk des Künstlers bewegt. Das liegt sicher auch an der langjährigen Mitstreiterin Martha, die hier mitsingt. Wirklich gutes Ding, das Neugier auf das Album weckt!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Billiam – Open Comma Vault

Die Speerspitze von Australiens Egg Punk Szene meldet sich mit Album Nummer 3 zurück. Der junge „Billiam“ hat 19 Stücke zusammengestellt, die schon lange zum Live Repertoire seiner wilden Auftritte gehört. Es passiert hier nichts, was einen nicht auch schon auf den ersten zwei Alben wegegeblasen hätte. Bisweilen hat man den Eindruck, dass „open comma vault“ vielleicht noch eine Spur wilder ist als seine Vorgänger. Ungestüm-punkig mit viel Gerumpel. Herrlich! Leider ist die LP bisher nur aus Australien direkt beziehbar. Immerhin gibt es den Download für nach wie vor wenig Geld. Das sollte Euch dieser Spass hier allemal wert sein!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

A Split-Second – Ballistic Statues

Die belgische Band „A Split-Second“ darf sicher als eine der Pioniere des EBM angesehen werden. Ihr wegweisendes Debüt „ballistic statues“ ist gerade neu als Doppel LP auf Mecanica erschienen. Einmal das reguläre Album und dazu einiges an Mixen, Non-Album-Tracks und Live Aufnahmen. Die kalt-aggressiven Synths-Sounds haben Einiges vorweggenommen, was vor allem in den 90ern musikalisch noch passieren sollte. Spannendes Reissue!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Richard Ashcroft – Live Vol. 1

„Verve“s Richard Ashcroft bedarf keiner großen Vorstellung. Selbst solo hat er einige wirklich großartigen Pophymnen geschrieben. In den letzten bald 20 Jahren gelang es ihm leider nicht mehr, an seine früheren Glanzleistungen anzuschließen. Die Alben wirkten lieb- und leblos. Im Vorprogramm der großen Reunion Tour der Britpopper „Oasis“ konnte er jüngst noch einmal aufzeigen, wieso er einst so gefeiert war. Das nahm er dann wohl auch zum Anlass, das Ganze live mitzuschneiden. So ist nun (bislang nur digital) das Live Album „live vol. 1“ erschienen. Tatsächlich glänzt Ashcroft hier. Außer dass vielleicht das ein oder andere Stück ein wenig zu lang geraten ist im „das stück ist so toll“-Live-Rausch. Die langsam etwas brüchig werdende Stimme verleiht der Musik zusätzlich Melancholie. Es bleibt aber festzuhalten, dass die stärksten Stücke die seiner Band „Verve“ sind. Und gleichzeitig lässt es einen sehnsuchtsvoll an eine Zeit zurückdenken, als schwelgerischer Pop noch wirklich berühren konnte.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Beck – Everybody’s Gotta Learn Sometimes

In den letzten Jahren ist es stil um „Beck“ geworden. Da schmeißt er mit „everybody’s gonna learn sometimes“ eine Compilation auf den Markt. Eigentlich bin ich kein Freund von lieblosen Aufgüssen, aber das hier ist wirklich gelungen: Alle Stücke sind Cover Stücke von unterschiedlichen Artists von Elvis Presley bis Daniel Johnston. Dabei legt „Beck“ Wert auf behutsame/akkustische Arrangements. Highlight dürfte das aus „Vergiss mein Nicht“ von 2004 stammende Titelstück sein, das bisher nur als Bestandteil der Filmsoundtracks und nicht auf Vinyl erhältlich war. Insgesamt 8 melancholische Stücke umfasst die Platte. Kurz, aber dafür sehr gelungen und ohne Füllmaterial. So kann „Beck“ gern weitermachen…

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Telescopes – Static Charge

Am 26. Juni erscheint ein neues „Telescopes“ Album. Ein Release der Band ist ja stets eine Überaschung, da das Kollektiv um Sänger Stephen Lawrie schon eine Menge an Musikrichtungen ausprobiert hat. Vorab gibt es die Single „white noise“. Die lässt aufhorchen; denn hier scheinen sich die Briten von dem teils sehr improvisierten Stil der letzten Jahre verabschiedet zu haben. Ein schleppend-rumpelieger Beat mit Bass und Lawries Gesang sind hier zunächst zentral. Nur ein paar Gitarrentupfer und eine zweite Stimme kommen hier und da dazu. Alles sehr relaxt und: poppig! Es folgt noch eine Art Gitarrensolo. Aber nur dezent im Hintergrund – irgendwie muss der Songtitel ja gerechtgfertigt werden. Das kann spannend werden!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Haruomi Hosono – Tropical Dandy

Der Name Haruomi Hosono ist hierzulande nicht so sehr bekannt. Dabei gilt der Musiker als einer der prägensten japanischen Popmusiker überhaupt. Wenn man als Zusatzinfo noch hinterherschiebt, dass er Gründungsmitglied des legendären „Yellow Magic Orchestra“s ist, wirds bei dem/der ein oder anderen sicher Klick machen. Dabei hat er auch vorher schon solo Geschichte geschrieben. U.a. mit dem 1975er Album „tropical dandy„. Wenn man weiß, dass es aus dem Jahr 1975 stammt und den Titel berücksichtigt, kann man so in etwa erahnen, was einem hier geboten wird – nämlich eine total relaxte Exotika Musik mit Yachtpop Vibe. Alles mega entspannt und cool. Beeindruckend, wie Hosono exotische Elemente mit dem Zeitgeist der 70er verbindet. Allerbeste Musik für den kommenden Sommer! Bereits im August erschien die neueste Auflage auf Vinyl. Und das als japanische Pressung mit OBI in einer derart guten Klangqualität wie ich sie lange nicht mehr bei aktuellen LPs hatte. Unebdingte Empfehlung!

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)

Strange Fruit – Drips

Die indonesische Band „Strange Fruit“ ist bisher an mir vorbeigegangen. Gerade ist ihre neue EP „drips“ erschienen. Die ist eine trippig-krautige Reise. Vergleiche zu „Stereolab“ und „Bowery Electric“ drängen sich da auf. Dabei sind die vier Tracks der EP weitgehend instrumental. Man hört stets die Vorbilder heraus, wenn die fünf Krautrock, Shoegaze und Ambient zusammenwürfeln. Und gleichzeitig zaubern sie etwas eigenes. Es gibt dann noch fünf Remixe. Die halte ich hingegen für weitgehend verzichtbar.

Dieses Video ansehen auf YouTube.
Mit Klick auf das Video schicken Sie Daten (IP-Adresse, Browserinformationen) an Google-Youtube.

(vk)