Das finnische Duo „Modem“ meldet sich ein Jahr nach dem letzten Album mit einer Compilation zurück. Die umfasst sämtliche Releases, die sich nicht auf ihren beiden Alben „megalomania“ und „interface“ enthalten sind. Ganze acht Tracks. Hier klingen sie noch etwas roher, aber nicht minder charmant als auf ihren Alben. Tatsächlich haben sie den spröden Charme von 80er Jahre Synthpop aus dem ehemaligen Jugoslawien. Daher sei „modemism“ unbedingt empfohlen. Angekündigt für den 30. Oktober, suche ich die LP online noch vergebens. Aber üben wir uns in Geduld!
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Neues von dem feinen Kunst Label Objet Trouvé. Dieses Mal ein Tape. Es handelt sich um das Debüt der Musikerin Laura Bolt aka Juliette Pym. Die sechs meist kurzen Tracks kommen dabei angenehm unaufgeregt daher. Die elektronische Musik erinnert mal an den Twin Peaks Soundtrack, mal an DIY Tapes. Der Gesang wiederum mehr an Folk? Es wird schwierig, hier ein Schublade zu finden. Hört Euch am besten „another day“ an. Und kauft das – wie für das Label üblich – künstlerisch schicke Tape.
Leider gibt es wenig Infos zu diesem Projekt, desse Debüt gerade auf Library of the Occult erschienen ist. „esoteric audio for spaceage witchcraft“ hält weitgehend das, was der Titel verspricht: Klassische instrumentale Spaceage Musik wird mit 70s Soundtrack-Vibe vermischt. Das hört sich dann gern mal nach dem Frühwerk von „Air“ oder auch nach „Broadcast“ an. In jedem Fall handelt es sich hier um eines der besseren Releases des Labels, dessen Platten zwar tolle Cover haben, aber meist etwas beliebig in der Musik geraten sind. Hoffen wir, dass es diese Platte auch hierzulande geben wird.
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Bald erscheint ein neues Album von der Neofolk Institution „Current 93“. Es liefert die begleitende Musik zu einer Kunstaustellung gleichen Namens von Bandkopf David Tibet in Prag und umfasst zwei Tracks. Je einer pro Seite. Es wurde bewusst angekündigt, dass die Musik nirgends anderswo bereitgestellt wird. Also kann man auch nicht reinhören. Allerdings liegt die Vermutung nahe, dass „hallucinate, children“ bei zwei Tracks auf einem Album und als Begleitung zu einer Ausstellung sicherlich eher experimentell ausfallen wird. Lassen wir uns überraschen!
Das argentinische Duo „Balvanera“ melden sich mit einem neuen Album zurück. Das am Donnerstag erschienene „hasta tocar el fondo vacío del lenguaje“ geht wie gewohnt ordentlich nach vorne. Elektro, der so nicht neu ist, aber auf dem Dancefloor sicher prima funktioniert. Kurz: Solide.
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Nun ist es erschienen: Das defintiv letzte neue Album der britischen Stilikone „Soft Cell“. Etwa ein Jahr nach dem viel zu frühen Tod von Dave Ball. Es ist also ein Abschied, der so gar nicht geplant war… Gleichzeitig soll das Album eine Hommage an die wilden 80er sein. So nimmt der Titel direkt Bezug auf das New York jener Zeit; denn Danceteria war ein legendärer Club in Manhattan. Entsprechend hochgeschraubt sind die Erwartungen. Gleich vorneweg: Die kann das Album gar nicht erfüllen. Allerdings hätte ich mir von einem Album, das von durchtanzten, exzessiven Nächten handelt, auch ein musikalische Umsetzung dessen gewünscht. Stattdessen beherrschen leicht vertäumte Tracks und poppige Melodien das Geschehen. Clubbig wird es – wenn überhaupt – nur bei „decadence is hard work“. Insgesamt ist das letzte „Soft Cell“ Werk solide und nicht schlecht. Mehr aber auch nicht. Der Große Wurf zum Abschluss ist ausgeblieben…Besonders ärgerlich dabei ist der extrem hohe Vinylpreis von knapp unter 40 Euro – und das, obwohl hier gar 3 Tracks im vergleich zur digitalen oder CD Version fehlen. Es bleibt da leider ein fader Beigeschmack…
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Die britische Synthpop Band „Hard Corps“ hat in der Zeit ihres Bestehens in den 80ern nur EPs veröffentlicht. Bei Erscheinen des Debüts gab es sie schon nicht mehr… Eine Zeit lang drohten sie in Vergessenheit zu geraten, erfuhren aber 2012 eine Renaissance mit einer Zusammenstellung auf Minimal Wave. Die Musik erhält dabei ein besonders poppiges Flair dank des Gesanges der französischstämmigen Regine Fetets – selbst wenn die Stücke wie „dirty“ etwas aggressiver werden. Platten und Compilations der Band sind entsprechend schnell vergriffen. Nicht nur wegen Hits wie „je suis passé“. Umso erfreulicher, dass Anna Logue Records nun gerade die großartige Compilation „metal & flesh“ veröffentlicht hat, die nicht nur das quasi Debüt der Band mit demselben Titel weitgehend umfasst, sondern noch etliche weitere großartige und gesuchte Tracks. Das hier ist für mich eines der absoluten Highlights des Jahres! Vielen Dank Anna Logue Records! Die Doppel LP lohnt allein schon hierfür:
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Es ist erstaunlich, auf welchem Niveau und in welchen dafür doch geringen Abständen Michael Gira mit seinen „Swans“ Platten veröffentlicht. Das letzte „birthing“ erschien 2025. Mit „newly sentient being“ will Gira es nun noch einmal richtig wissen: Es ist ein Live Album, das letzten November in Berlin aufgenommen wurde. Das 5 Stücke umfassende Werk enthält dabei drei neue Tracks und zwei abgewandelte von den letzten beiden Alben. Soweit so gewöhnlich. Aber Michael Gira wär nicht Michael Gira, wenn er auch hier nicht in Superlativen denken und arbeiten würde. So wird die Platte als Abschied vom epischen Soundlandschaften der letzten 15 Jahre (seit der Reunion) bzw. vom „Big Sound“-Ära – wie es überall zu lesen ist – angekündigt. Und so wundert es nicht, dass die 5 Tracks ganz 160 Minuten einnehmen. Der Titeltrack allein ist gute 53 Minuten lang! Entsprechend epochal ist die Gestaltung des Releases geraten: Vier Lps plus Poster plus DVD des Konzertes. Ja und die Musik? Die ist genau, wie man es in den letzten Jahren bei den „Swans“ kennt. Es wechseln improvisierte laute mit cineastisch-ruhigen Parts ab. Einige Parts sind geradezu poppig. Kurz: Hier passiert so viel, dass es schwierig wird, das einzufangen. In jedem Fall nichts für alle Tage, aber gerade deswegen großartig!
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Das britische Label Damages Goods bringt im November gleich vier interessante Platten raus! Natürlich ist Billy Childish dabei mit seinem stets rumpeligen Rock’n’Roll/Punk Rock Sound. Und zwar gleich mit zwei Bands: „Thee Headcoats“ und „Armitage Shanks„. Bei letzteren ist er neu am Start und hat der Band bei dem ersten Album seit 22 Jahren unter die Arme gegriffen. Dann kommt noch das neue Album der Garagen Musikerin Miss Ludella Black – mit den „Masonics“ als Backing Band. Und last but not least „Thee Headcoatees“ – quasi die weibliche Gegenband zu „Thee Headcoats“. Alles bewegt sich auf hohem Garagensound-Level. Einzige Kritik könnte sein, dass sich der Sound bisweilen doch arg wiederholt. Aber bei Niveau macht das nichts. Alle vier Platten seien hiermit empfohlen!
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Die schottische Indie Pop Band ist etwas besonderes. Seit nun mehr 36 Jahren veröffentlichen sie in erfreulicher Regelmäßigkeit Platten, die von allem, was in der Welt passiert unberührt scheinen, so unaufgeregt sind sie. Da bildet „do not dare to dream“ keine Ausnahme. Die Stimme von Sänger und Songschreiber Norman Blake hört sich inzwischen nicht mehr so jugendlich an. Aber das macht nichts. Irgendwie passt das zu den Texten, die sich um Alltägliches drehen. Die Band ist ja auch längst den 20ern entwachsen. Nicht auf allen Alben will das alles immer gelingen. Hier tut es das. Schöne melancholische Melodien bilden sowas wie eine wohlige Decke, die einen kuschelig umhüllt. Es fällt dabei schwer, einzelne Stücke hervorzuheben. Am besten hört man das Album ganz durch. Tolles Album!
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