Rue Oberkampf – Wehmut

Gerade hat das Münchner Duo „Rue Oberkampf“ die empfehlenswerte Singles Compilation veröffentlicht, da legen sie nun mit dem ersten richtigen Album seit zwei Jahren nach. Dabei ist Name Programm: „wehmut„. Dazu gleich mehr. Tatsächlich haben sich die beiden merklich weiterentwickelt. Weg von clubbigen Beats hin zu sphärischen Sounds. So findet sich lediglich ein Track („blanc poney“), der halbwegs im Club funktionieren könnte. Beats finden wenig und wenn dann nur als Beiwerk statt. Die Stücke sind melancholisch und sehnsüchtig. „wehmut“ passt da perfekt als Klammer. Man denkt an „Dead Can Dance“ zu „wthin a realm of a dying sun“-Zeiten oder an die seit kurzem wieder aktive „Hante„. Bei „sonne“ höre ich sogar ein wenig „Pet Shop Boys“‚ „it couldn’t happen here„. Das alles sind dabei lediglich Anklänge. „Rue Oberkampf“ klingen immernoch nach „Rue Oberkampf“. Erfreulich fällt eine angenehme Vielseitigkeit in Julia de Jouys Gesang auf. Und im Abschlusstrack gibt es sogar eine Akustikgitarre zu hören. Gewagtes, aber wirklich gelungenes und schönes Album!

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(vk)

Alexis Jae – Freestyle Fantasy Vol. 3

Kennt ihr noch Freestyle oder auch Latin Freestyle? Das war die 80er Musik u.a. aus Florida – entstanden aus Breakdance -, die damals aktuelle Synthmusik mit diversen Elementen verband. Bekanntester Vetreter war sicher „Shannon“s „let the music play“. Nun schickt sich eine junge Generation von Musiker*innen an, Freestyle wieder aufleben zu lassen. Eine davon ist „Alexis Jae“. Die New Yorkerin verbindet geschickt zeitgenössische Musik und Produktion mit dem Vibe der 80er Tracks. Das klingt zwar etwas steril und erinnert an Releases des Labels Italians Do It Better. Trotzdem hat das irgendwie was… Gerade ist das neue Album „freestyle fantasy vol. 3″ erschienen…

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Karen Black – Dreaming Of You

Manchmal entdeckt man großartige Musik dadurch, dass andere Stories bei Instagram mit einem Artist unterlegen. So geschehen mit Karen Black, die ich dadurch entdeckte, dass „Current 93″s David Tibet eine Instagram Story mit ihrer Musik unterlegte. Tatsächlich war Black weniger Musikerin als Schauspielerin – bekannt u.a. durch Filme wie den 60er Klassiker Easy Rider. In den 70er nahm sie allerdings auch Musik auf. Die entdeckte Cass McCombs und veröffentlichte 2009 einen Song mit ihr. Das Release ihrer Musik als Album erlebte Black selber nicht mehr: Sie verstarb 2013 im Alter von 74 Jahren. 2021 erschien dann eine Zusammenstellung von Aufnahmen aus den Jahren 1971 bis 1976. Und die Musik selber: Die ist fragiler, dunkler Folk wie man ihn von Vashti Bunyan oder MArgo Guryan kennt, nur dass Karen Black eine ganz andere Stimme hat. Das Album klingt trotz der Zeitspanne, aus der die Stücke stammen, überraschend homogen. Einige Stücke sind sehr kurz und fragmentarisch. Das ändert nichts an der Intensität von „dreaming of you„. Allgemein scheint das Release wenig beachtet worden zu sein; denn man bekommt die LP plus 7“ immernoch problemlos. Hört Euch das unbedingt mal an!

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Blue Subconsious – Imposter Sea

Gerade ist das kleine neue Label Poly Horror Records in Athen enstanden. Ziel ist es, Musik mit Horror-Bezug veröffentlichen. Sei es Horrorpunk oder Synthie-Musik. Alles Underground, alles – wenn überhaupt physiosch erhältlich – in kleinen Stückzahlen. Klingt spannend. Den Anfang macht das Projekt „Blue Subconsious“ (Μπλε Υποσυνείδητο) mit dem Album „imposter sea“ (Κάλπικη Θάλασσα). Es erscheint am 22. Oktober und wird als auf 20 Exemplare limitiertes Tape erscheinen. Ich vermute „Tango Mangalore“ hinter Label und erstem Release. Möge er viel Erfolg damit haben. Die ersten zwei anhörbaren Stücke von „Blue Subconsious“ sind jedenfalls schöner verträumter, instrumentaler Synths Sound.

https://polyhorrorrecords.bandcamp.com/album/imposter-sea

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Maston & Greg Foat – Moving Images

Kennt noch jemand „Maston“, der 2013 zur Hochzeit des Label Trouble In Mind ein wunderbares Neopsychalbum im Stile von Jacco Gardner veröffentlichte? In der Zwischenzeit war er nicht untätig und hat seither vier Alben veröffentlicht. In diesem Jahr erschien dann „moving images“ zusammen mit dem Analog-Spaceage Fan Greg Foat. Die 60er lassen die beiden hinter sich und sind in den 70ern gelandet. Zwischen Soundtrack und Synthsscapes jener Zeit bewegen sich die instrumentalen Tracks. Das lässt gern an „Air“ denken. „moving images“ ist ein wunderbar entspanntes Album. Perfekt für stressige Zeiten wie diese.

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The Love Variants – Life Of Riley

Mit „The Love Variants“ aus Austin, Texas hat mal wieder eine Entdeckung von Jeff den Weg in meinen kleinen Blog gefunden. Viel gibt es nicht über die Band zu erfahren. Ihre Musik soll wohl für sich stehen. Passt! Denn die vier machen eine jangly Mischung von Postpunk und Neopsych. Wie frisch aus den 80ern hergebeamt. Schönes Album! Bleibt zu hoffen, dass es auch eine Vinylversion geben wird.

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Abfall – Diverses…

Der Musiker „Adam Usi“ scheint in der letzten Zeit seinen Fokus auf sein Alter Ego „Abfall“ zu legen. Seit Anfang des Jahres veröffentlicht er regelmäig unter dem Namen einzelne Songs, eine EP und ein Album, das wiederum neue und bekannte Tracks zusammenfasst. Die Musik ist angenehmer, klassischer Minimal. Der Gesang geht in Richtung Neue Neue Deutsche Welle. Alles hat was sehr Spontanes und Lebendiges. Das ist nicht immer rund, aber dennoch sind einige echt starke Tracks dabei. Checkt „Abfall“ unbedingt hier mal aus!

Charmant ist bei dem Video, dass er auch Schnipsel von der alljährlichen Synth Robots Dance Invasion in Leipzig mit eingebaut hat…

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Corpse D’Alsace – Lads And Lovers

Da ist er wieder – dieser spezielle Künstler Jean Christophe Lon aka „Corpse D’Alsace“. Besonders deshalb, weil man bei seinen Releases nie weiß, was einen erwartet. Mal macht er Neofolk, mal clubtauglichen Electro, mal düsteren Wave. Dabei hat er mit „rosa armee fraktion“ obendrein ein cool kritisches Image geschaffen. Bereits im Februar erschienen die sieben Tracks „lads and lovers“ – a gay meltdown in seven songs – wie es auf der Bandcamp Seite heißt. Das Cover ziert eine zufällig gefundene Postkarte mit zwei Seemännern. Meeresrauschen gibt es zu hören. Der Opener heißt folgerichtig „brandung“. Ein richtiges Akkordeon-Seemanns-Schunkellied gibt es auch („ribbons“). Shantyneofolk? Auf jeden Fall bietet „lads and lovers“ wieder eine weitere Facette des Künstlers. Ein Grund mehr, sich weiter mit Lon zu befassen!

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Pet Shop Boys – A Man From The Future

„Pet Shop Boys“ kennt wohl sicher jede/r. Aber das hier ist was anderes. An dem Projekt „a man from the future“ haben die beiden Briten 15 Jahre gearbeitet. Es handelt von dem Computer Pioneer Alan Turing, der maßgeblich an der Entschlüsselung des deutschen Enigma Codes im Zweiten Weltkrieg beteiligt war. Anfang der 50er wurde seine Homosexualität bekannt. Damals noch strafbar, nahm sein Leben von da an eine tragische Wendung. Er wurde zur chemischen Kastration verurteilt und starb wenig später. Übrigens sehenswert mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle verfilmt. Zurück zu den „Pet Shop Boys“. Hier wechseln orchestrale Stücke und Synthtracks. Es gibt wenig Gesang, dafür aber eine Sprechstimme, die das Leben Turings beschreibt. Wenn Ihr offen für Spoken Word mit guter Musik seid, hört Euch das mal an. Mich kriegt das leider nicht so. Die CD enthält das Album noch instrumental. Dadurch entwickelt sich eine soundtrackartige Atmosphäre. HAt auch was.

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Josiah – Out Of The First Rays

Das Trio „Josiah“ aus Leicester waren mir bis heute gänzlich unbekannt, bis ich heut im Plattenladen über das ansprechende Cover gestolpert bin. Das erinnert ziemlich deutlich an das Cover der ersten „Black Sabbath“. Und so ungefähr hört sich das auch an. Dazu ein paar Sprenkel „Kadavar“, „Mudhoney“ und Stoner-Vibe. Und das machen sie erstaunlich gelungen. „out of the first rays“ ist ihre Debüt EP, die 2021 als schicke LP wiederveröffentlicht wurde. Offenbar scheint die Band niemand auf dem Schirm zu haben. Jedenfalls verkaufen sie die Neuauflage für schmale 5 GBP auf ihrer Bandcamp Seite. Tipp!

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