Ein neues Lebenszeichen der Saarbrückener Band „Angst4“. Gerade ist ihr neuer Song „die lösung“ erschienen. Feiner Postpunk mit elektronischen Sprenkeln. Gutes Ding!
https://angst4.bandcamp.com/track/die-l-sung
(vk)
Ein neues Lebenszeichen der Saarbrückener Band „Angst4“. Gerade ist ihr neuer Song „die lösung“ erschienen. Feiner Postpunk mit elektronischen Sprenkeln. Gutes Ding!
https://angst4.bandcamp.com/track/die-l-sung
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Der Mexikaner Rogelio Serrano aka „Equinoxious“ ist schon seit seinem Debüt 2014 mit dem Hit „cosmódromo“ ein fester Bestandteil der Szene-Dancefloors. Er veröffentlichte bereits auf Kernkrach und Young & Cold spannende Alben. Dabei machte er nie einen Hehl aus seiner Verehrung für den großen „Martial Canterel“. Das hört man gerade seinem Frühwerk auch an. In den letzten Jahren wurde es etwas ruhig um das Projekt. In der Zwischenzeit war Serrano mit „Gris Futuro“ aktiv. Morgen erscheint nun die „Equinoxious“ Zusammenstellung „sound cartography (2017-2019)„, für die er passenderweise wieder zu Kernkrach zurückgekehrt ist; denn hier gibt es wieder schönen Modular-infused Minimal zu hören. Mal instrumental, mal mit Gesang. Herrlich!
https://equinoxious.bandcamp.com/album/sound-cartography-2017-2019
(vk)
Das Chicagoer Trio „Body Shop“ ist noch recht frisch und hat bisher nur eine Ep veröffentlicht. In ihrer Heimat Stadt durften sie aber bereits jetzt schon im Vorprogramm von „Anika“ spielen. Ihre Musik ist zwar Postpunk, aber im weiteren Sinne. Sie vermengen einige momentan beliebte Musikrichtungen zu etwas eigenem, das irgendwie hängen bleibt. Vinyl gibt es zwar auch, allerdings bisher nur teuer direkt aus den USA. Und dann sind da noch Bandname und Ep Titel: Googlet das mal – gern zusammen mit „Vinyl“… Hach ja.
(vk)
Ok, das ist eine wilde Mischung! Reaggae Legende Lee „Scratch“ Perry zusammen mit den deutschen „Mouse On Mars“, die in den 90ern als nicht weniger als die Innovatoren elektronischer Musik galten. Um Irritationen aus dem Weg zu räumen: Leider ist Perry ja bereits 2021 verstorben. Diese Aufnahmen stammen aus dem Jahr 2019 und sind angeblich sein letztes offizielles Projekt gewesen. Es liegt auf der Hand, dass bei zwei so besonderen Acts etwas ganz Spezielles rauskommt. Zugegeben: Ich hatte etwas Sorge, dass die zu vielen Köche die Suppe verderben könnten. Aber mitnichten! Der Opener allein: Das hört sich an wie „Can“ zu Malcolm Mooney Zeiten. Überhaupt startet das Album sehr krautig. Bei „spatialee“ kommen Dub Elemente und aufregende Bläser Sätze zwischen Jazz und Weltmusik dazu. Darüber brabbelt Perry. Und siehe da: Das klappt ganz wunderbar. Überhaupt hört man dem Album an, dass hier viel experimentiert wurde. Allerdings nicht Experiment als Selbstzweck, sondern tatsächlich als Suche nach neuen Wegen. Und so ist ein überraschend innovatives Album entstanden. Tipp!
(vk)
Minimalkombinat hat es wieder getan und sich selber mit einem grandiosen neuen Release übertroffen: Dieses Mal eine Lp plus drei(!) CDs der obskuren US-Band „The Short Wave Mystery“. Die Band selber veröffentlichte 1985 lediglich ein 4-Track Ep. Das wars. 2010/11 veröffentlichte das Minilabel (W|S) World Service Collective die EP neu. Darüber hinaus eine Ep mit sechs weiteren Tracks und on top eine CDr mit 15 Tracks aus dem Backkatalog der Band. Das bescherte dem Quartett unverhofften späten Ruhm. Tracks wie „pilots“ oder „seperate divisions“ wurden Dancefloor Filler. Die Musik ist dabei zwar Synthpop, aber mit so ungewöhnlichen Sounds, dass „Short Wave Mystery“ eigentlich mit keiner anderen Band des Genres vergleichbar ist. Die Eps sind inzwischen nur noch für extrem hohe Preise auf einschlägigen Plattformen zu bekommen. Dieses neue Release fasst eine Auswahl von 10 Tracks auf Vinyl zusammen und wird ergänzt durch drei CDs mit sämtlichen bisherigen Releases der Band plus Demos und unveröffentlichtem Material. Ein rundum sorglos Paket also. Großartig!
(vk)
Die britische Band „Frankie Goes To Hollywood“ dürfte sicher den meisten bekannt sein. Ebenso ihr krass überladen von Trevor Horn produziertes Debüt „welcome to the pleasuredome“. Dass die Band eigentlich eine waschechte Postpunk Band war, wurde spätestens mit Release der Deluxe Version des Debüts im letzten Jahr offenbar. Die enthielt die Radio Sessions der Band von 1982 und 1983. Zum Record Store Day, den ich ja eigentlich pauschal ablehne, sind diese Sessions als einzelne Lp erschienen. Die Versionen der bekannten Songs des Debüts von „relax“ bis „power of love“ sind ausgesprochen spannend und gleich in mehrerer Hinsicht aufschlussreich. Zum einen fügen die postpunkigen Versionen den großen Popnummern ganz neue Facetten hinzu. Die Songs sind wirklich gut! Gleichzeitig erfährt man, was passiert, wenn junge Bands von großen Produzenten durch die Mangel genommen werden. Denn allzu viel haben diese Versionen mit den bekannten nicht gemein. Vielmehr denkt man an die ganz frühen „Simple Minds“, die ja auch ganz anders klangen, bevor deren großen Erfolge kamen. Auch wenn Record Store Day Release: Unbedingte Kaufempfehlung!
(vk)
Der Brite „Tricky“ dürfte sicher als einer der TripHop Mitbegründer gelten. 31 Jahre nach dem Debüt erscheint im Juli sein neues Album „different when it’s silent“. Eigentlich sollten die Tracks mit einem seiner zahlreichen Seitenprojekt veröffentlicht werden. Wegen der hohen Qualität aber konnte der Manager „Tricky“ zum Glück überzeugen, mit den Songs sein eigenes neues Album zu füllen. Vorab gibt es den Track „out of place“ zu hören, der sich verblüffend nah am Frühwerk des Künstlers bewegt. Das liegt sicher auch an der langjährigen Mitstreiterin Martha, die hier mitsingt. Wirklich gutes Ding, das Neugier auf das Album weckt!
(vk)
Die Speerspitze von Australiens Egg Punk Szene meldet sich mit Album Nummer 3 zurück. Der junge „Billiam“ hat 19 Stücke zusammengestellt, die schon lange zum Live Repertoire seiner wilden Auftritte gehört. Es passiert hier nichts, was einen nicht auch schon auf den ersten zwei Alben wegegeblasen hätte. Bisweilen hat man den Eindruck, dass „open comma vault“ vielleicht noch eine Spur wilder ist als seine Vorgänger. Ungestüm-punkig mit viel Gerumpel. Herrlich! Leider ist die LP bisher nur aus Australien direkt beziehbar. Immerhin gibt es den Download für nach wie vor wenig Geld. Das sollte Euch dieser Spass hier allemal wert sein!
(vk)
Die belgische Band „A Split-Second“ darf sicher als eine der Pioniere des EBM angesehen werden. Ihr wegweisendes Debüt „ballistic statues“ ist gerade neu als Doppel LP auf Mecanica erschienen. Einmal das reguläre Album und dazu einiges an Mixen, Non-Album-Tracks und Live Aufnahmen. Die kalt-aggressiven Synths-Sounds haben Einiges vorweggenommen, was vor allem in den 90ern musikalisch noch passieren sollte. Spannendes Reissue!
(vk)
„Verve“s Richard Ashcroft bedarf keiner großen Vorstellung. Selbst solo hat er einige wirklich großartigen Pophymnen geschrieben. In den letzten bald 20 Jahren gelang es ihm leider nicht mehr, an seine früheren Glanzleistungen anzuschließen. Die Alben wirkten lieb- und leblos. Im Vorprogramm der großen Reunion Tour der Britpopper „Oasis“ konnte er jüngst noch einmal aufzeigen, wieso er einst so gefeiert war. Das nahm er dann wohl auch zum Anlass, das Ganze live mitzuschneiden. So ist nun (bislang nur digital) das Live Album „live vol. 1“ erschienen. Tatsächlich glänzt Ashcroft hier. Außer dass vielleicht das ein oder andere Stück ein wenig zu lang geraten ist im „das stück ist so toll“-Live-Rausch. Die langsam etwas brüchig werdende Stimme verleiht der Musik zusätzlich Melancholie. Es bleibt aber festzuhalten, dass die stärksten Stücke die seiner Band „Verve“ sind. Und gleichzeitig lässt es einen sehnsuchtsvoll an eine Zeit zurückdenken, als schwelgerischer Pop noch wirklich berühren konnte.
(vk)