Arab Strap – Half-Told Tales

Angekündigt hatte ich das neue „Arab Strap“ Album ja bereits. Ende kommender Woche erscheint „half-told tales„. Und was für ein Werk das geworden ist! Seit langem wieder eine Doppel Album. Das scheinen Aidan Moffat und Malcolm Middleton offenbar auch nötig gehabt zu haben; denn „half-told tales“ sprüht vor Ideen! Offenbar wollte sich das Duo einmal richtig austoben. Es ist so viel dabei. Allein der Opener, der vergleichsweise rockig daher kommt. Auf einmal schält sich ein 80er Saxophon aus dem Sound. Das bereits bekannte „you you you“ gibt sich synthiepoppig, nur um von dem typisch „Arap Strap“-spröden „be a man“ abgelöst zu werden. Mal wird gerockt, dann soundscape-artig („under offer“). „basic physics“ ist quasi die Essenz des Bandsounds. Und so geht es weiter. Es gibt ständig irgendwo irgendwas zu entdecken. Und dauernd hat man das Gefühl von Nähe. Moffat singt über das Leben und das merkt man beim Hören. Unglaublich, dass den beiden noch länsgt nicht die (großartigen) Ideen auszugehen scheinen!

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Dinosaur Jr. – There Near

Einst waren „Dinosuar Jr.“ eine der Bands, die sowas wie den Grunge Sound prägten -zusammen mit „Sonic Youth“, „TAD“, „Mudhoney“ und natürlich „Nirvana“. Dabei wollten sie nie so recht dazu gehören: Zu melodiös/melancholisch waren Harmonien und der Gesang von J Mascis. Sie durchliefen dann auch noch schwierige Zeiten: Gründungsmitglieder J Mascis und Lou Barlow gerieten sich über die Ausrichtugn der Band in die Haare, sodass Mascis kurzerhand die gesamte Band rausschmiss und das großartige „green mind“ im Alleingang aufgenommen hat. Gerade als die Band erfolgreich in Europa tourte. 1993 kam dann auch der etwas größere Erfolg mit „feel the pain“. Zeitsprung in das Jahr 2005; denn da fanden Barlow und der ursprüngliche Drummer Murph wieder zusammen. Seither scheint die alte Energie wieder da. Denn seither veröffentlichen die drei regelmäßig prima Platten! Das letzte liegt nun 5 Jahre zurück. Um so erfreulicher, dass es nun ein neues Album gibt, auf dem das Trio auch über 40 Jahre nach der ursprünglichen Bandgründung kein bisschen verstaubt klingt. Überhaupt klingen selten Bands nach einer derart langen Bandgeschichte noch so frisch und authentisch. Die Songs sind druckvoll und noch immer voller Melancholie. Das klingt dann mal nach dem schmuddeligen Gitarrenlärm der frühen Tage. Aber es gibt auch Stücke, die einen an „feel the pain“-Tage denken lassen. Zwei Stücke singt Barlow. Ich persönlich mag Mascis‘ Stimme so gern, dass ich darauf auch hätte verzichten können. Aber das ist Geschmackssache und verleiht den elf Stücken noch eine weitere Facette. „Dinosaur Jr.“ sind zurück und das mit einem wirklich guten Album!

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Happy Mondays – Pills’N’Thrills And Bellyaches

Die „Happy Mondays“, die eine der Manchester Rave Bands schlechthin waren, feiern den 36.(?) Geburtstags ihres großen Meisterwerks „pills’n’thrills and bellyaches“ ausgiebig. So wurde das Album nicht nur als LP wiederveröffentlicht. Nein, es wurde von den Originalbändern remastert. Gleichzeitig gibt es eine 4CD bzw. 5 LP Box. Die enthält neben dem Album die beiden Eps „hallelujah“ sowie „madchester rave on“. Dazu gibt es das 91er Live Album und diverse auch neue Mixe. Also kurz: Beinahe alles, was den legendären Ruf der Band begründete. Man darf nicht vergessen, dass diese Musik 1990 unglaublich progressiv war. Es wurden moderne Synthiesounds und Beats in das konventionelle Bandgefüge eingebettet. Das alles sehr tanzbar und gewürzt mit einer riesigen Menge Attitüde. Man denke nur an Bez, dessen einzige Aufgabe in der Band tanzen und einheizen war (und ist). Bei heutigem Hören fällt auf, dass die Musik gut gealtert ist und auch heute noch mitzureißen weiß. Allerdings braucht es die genannte Box nicht. Zu unbedeutend sind die Mixe. Das Live Album gibt es leicht günstig second hand zu kaufen. Allen Menschen aber, die „pills’n’thrills and bellyaches“ noch nicht kennen und besitzen, sei es hiermit unebdingt ans Herz gelegt!

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Orus Boris – Wavebreaker

Der niederländische Künstler „Orus Boris“ ist seit 2023 aktiv und hat Ende 2024 sein Debüt „wavebreaker“ veröffentlicht. Dem Label Oraculo scheint das Album gut gefallen zu haben. Jedenfalls hat es „wavebreaker“ im Mai als Vinyl veröffentlicht. Die Musik ist dabei sehr vielseitig und bewegt sich zwischen akutellem Minimal, Elekctro, Cold Wave und Neuer Neuer Deutscher Welle. Dazu singt „Orus Boris“ in Niederländisch, Englisch und Deutsch. Das alles verleiht dem Album eher den Charakter eines gelungenen Mixes denn eines homogenen Werkes. Starkes Ding!

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Aveline – Amours Noires

„Aveline“ ist Aveline Piet aus Brüssel und eigentlich an einem klassischen Musikkonservatorium tätig. Mit ihrem Projekt veröffentlicht sie Synthwave, den sie ausschließlich mit 80er Jahre Instrumenten produziert. So ist das, was es zu hören gibt, sicher nicht neu. Aber ihr Gefühl für Melodien, Sounds und die entrückte Stimme geben ihrer Musik einen zusätzliche interessante Facette. Ihr Album „amours noires“ erschien 2024 erstmals digital und als CD. Nun hat das Label Red Maze einige Tracks ausgetauscht, dem Ganzen ein neues Artwork verpasst und das Album als LP veröffentlicht. Ob das „Update“ nötig war, darüber lässt sich streiten. Aber in beiden Fällen ein gutes Album.

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Persons Unknown – Addiction

Momentan haut Anna Logue ja einen Knaller nach dem anderen raus! Da passt „Persons Unknown“ perfekt dazu. Die 1981 erschienene 7″, die das einzige Release der Band bleiben sollte, erscheint bald als 12″ neu. Der Song „addiction“ wurde durch die Flexipop Sampler sowas wie ein Hit. Zurecht. Der Track ist typischer und zugleich richtig guter Postpunk. Da die 7″ inzwischen nur noch in fragwürdigem Zustand oder für viel Geld zu haben ist, sind das wirklich gute Nachrichten!

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Lara Modena – Lo Raro Es Hermoso

Hui! Was ist das denn? Die seit 5 Jahren aktive Künstlerin „Lara Modena“ ist bislang an mir vorbeigegangen. Nun aber… „Lara Modena“ ist seltsam und in jedem Fall besonders. Angefangen hat sie mit zeitgenössischem Synthsound mit Blick auf den Dancefloor. Das war alles eher mittel spannend. Gerade ist aber „lo raro es hermoso“ erschienen. Hier wird es wild. Minimale Sounds treffen auf Electro und Mainstream Pop zwischen „Madonna“ und „Lady Gaga“. Zu dem Track „hot“ lässt es sich vortrefflich voguen. Also kommen auch die frühen 90er nicht zu kurz. In „fantasia“ verwurstet die Künstlerin noch traditionelle Melodien. Das alles ist ein schwierig einzuordnen, dürfte aber gleichermaßen auf düsteren Tanzflächen, im Club und im Radio funktionieren. Hört mal rein!

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Gradual Isolation – Remaining Faces

Das belgische Duo „Gradual Isolation“ war Anfang der 90er aktiv und machte Synthwave, wie er damals unter Eindruck von EBM und New Wave überall entstand. Also teils digitale Sounds, dazu verträumte Flächen und Gesang. Eigentlich erst einmal nichts besonderes. Allerdings kommen hier drei Komponenten zusammen, die die beiden von den etlichen anderen Artists abheben. Da wär der Gesang, der an den frühen „Martial Canterel“ erinnert. Immer schräg und verträumt. Dazu liebevolle Synthsounds, die spannende Melodien formen. Überraschend, dass „Gradual Isolation“ erst jetzt veröffentlicht wird. Ebenso bemerkenswert ist es, dass „remaining faces“ eine Compilation ist. Auf Youtube gibt es noch einige ebenso gute Stücke. Hoffentlicht werden die auch noch physisch veröffentlicht!

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Shirley Collins – Sweet England

Auch Shirley Collins kann auf eine bewegte musikalische Karriere zurückblicken. Die Künstlerin veröffentlichte 1959 ihr Debüt „sweet england“ und brachte bis 1976 regelmäßig Platten heraus, um sich dann vom Musikgeschäft zurückzuziehen. Es war „Current 93″s David Tibet, der sie in den 90ern wieder zu Aufnahmen für seine Band bewegen konnte. Es dauerte aber bis 2016, bis mit „lodestar“ wieder ein reguläres Album erschien. Es folgten noch zwei weitere. Das letzte 2023 „archangel hill“ – Collins ist darauf bereits 88! Im Spätwerk sind die Stücke eher düster und getragen von dem brüchigen Gesang. Anders das Frühwerk. „Sweet England“ gibt es nun erstmals seit 1987(!) wieder auf Vinyl. Collins Stimme klingt hier höher und ungestüm. Die Instrumentierung beschränkt sich auf ein Banjo und/oder eine Gitarre, was einen erst einmal an Irish Folk o.ä. denken lässt – aber weit gefehlt. Die emotionalen Stücke kommen mit einer Nachdenklichkeit daher, wie man es von Künstlerinnen wie Vashti Bunyan kennt, die aber erst knapp zehn Jahre später Platten aufnehmen sollte. Eine tolle (Wieder-)Entdeckung!

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Rose McDowall – Cut With The Cake Knife

Die Schottin Rose McDowall ist wahrlich eine besondere Künstlerin. Während sie in den 80ern mit der jangligen Popband „Strawberry Swithblade“ Erfolge feiern konnte, war sie gleichzeitig bei etlichen Underground Größen als Bandmitglied oder Sängerin mit dabei: „Coil“, „Death In June“, „Current 93“, „Nature And Organisation“, Alex Ferguson, „Nurse With Wounds“, „Psychic TV“ usw… Ein Soloalbum veröffentlichte sie tatsächlich erst 2004. „cut with the cake knife“ schien wie eine Fortsetzung von „Strawberry Switchblade“: Poppig und zusammengehalten von McDowalls prägnanten und nur scheinbar naiven Stimme. Entsprechend war die Platte schnell ausverkauft. 2015 gab es eine Neuveröffentlichung, die auch schnell vergriffen war. Nun gibt es gleich zwei Wiederveröffentlichungen auf Vinyl. Dringende Empfehlung!

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