Beck – Ride Lonesome

Anfang des Jahres beglückte uns „Beck“ noch mit der schönen Compilation „everybody’s gotte learn sometimes„. Nun ist soeben mit „ride lonesome“ ein komplett neues Album erschienen. Der Legende nach ist es der Abschluss einer Trilogie bestehend aus „sea change“ (2002), „morning phase“ (2014) und eben „ride lonesome“. Dass hier eine geplante Trilogie über Schmerz und Sehnsucht vorliegt, halte ich zwar für Marketing Unsinn. Aber alle drei Alben eint sehnsüchtig schwelgerische Musik auf überwiegend akustischer Grundlage. Akustikgitarre, Klavier und Streicher bilden das Fundament. Dazu eine von den 70ern beeinflusste Produktion. Das alles bringt bei „Beck“ gekonnt Sehnsucht und Melancholie zum Ausdruck. Was bei „sea change“ mit den Anleihen an Gainsbourgs „histoire de melody nelson“ genial funktionerte und ein Meisterwerk schaffte, gelang bei „morning phase“ nur bedingt. Auf „ride lonesome“ gelingen die Harmonien wieder deutlich besser. So liefert „Beck“ hier sicher eines der besten Herbst Alben des Jahres ab. Zwar wird er die Genialität eines „lonesome tears“ wohl nicht mehr erreichen… Vielleicht ist das auch etwas zu viel verlangt; denn „ride lonesome“ ist und bleibt ein starkes Album!

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Rosachrom – Rosachrom (Das Gesamtwerk)

Die Band „Rosachrom“ stammt aus Österreich. Das Trio macht Underground NDW im weitesten Sinne. Ihre Musik ist für jene Zeit moderner Pop. Aber intellgent und nicht mit erzwungenen „Hits“. Die Gesangsstimme erinnert dabei verwirrend stark an Tommi Stumpff – verwirrend deshalb, weil die Musik zu keiner der Stumpff Projekte passen will. Das erinnert vom Vibe her an „Neuland„. Das ist alles nichts für den Club, liefert aber ganz sicher einen Neon-80s Vibe. Bereits 2021 ist das Gesamtwerk der Band neu als LP plus CD erschienen, wobei die CD noch Live Aufnahmen und ein Demo enthält. Schönes Ding, das viel mehr Beachtung verdient hätte!

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Tense – No Cure

„Tense“ kommen aus Berlin und scheinen die Nachfolge Band(?) der Postpunk/Noise Fomation „Pigeon“ zu sein. Anfang des Monats erschienen mit „no cure“ das Debüt. Hier führen sie zwar den „Pigeon“ Bandsound fort, aber betonen mehr eine Punk/Postpunk Attidtüde. Hier gehts schnell, ruppig und treibend voran. Das ist alles nicht neu, aber in der Konsequenz super und live sicher großartig. LP gibt es günstig via Mangel und den Download zum Name your price! Tipp!

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Clinic – Wild In The Streets

Fünf Jahre nach dem an Tiki angelehnten Album „fantasy island“ melden sich die inzwischen auf ein Duo geschrumpften „Clinic“ mit „wild in the streets“ zurück. Hier schließen sie direkt an den Vorgänger an. Einmal haben einige Stücke einen 60s Tiki Vibe, aber noch viel mehr scheren sich „Clinic“ kein Stück um Hits oder Eingängigkeit. Die 12 Stücke sind alle spröde bis sperrig. Gleichzeitig strotzen sie vor liebevoller Ideen. „wild in the streets“ ist eine Album-Album. Das heißt, dass man es am besten am Stück durchhören sollte. Dann nehmen uns die beiden Protagonisten auf einen seltsam-spleenigen Tripp mit. Tolles Album, das mit jedem Hören besser wird.

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Various – Bedazzled! Barbara Moore TV, Film And Studio Work 1965-81

Mit dem Namen dieser Zusammenstellung ist eigentlich schon alles gesagt. Die Musikerin, Songschreiberin und Sängerin produzierte Musik im Stile von Library Musik und Easy Listening. Die Titelmelodie von der Serie „The Saint“ machte sie berühmt. Dass sie noch einiges mehr zu bieten hat und eine Händchen für Sunshine Pop Melodien hat, belegt diese Ende des Monats erscheinende Werkschau. Highlight dürfte das aus dem legendären Film „Bedazzled“ stammende Stück „bedazzled“ von Peter Cook & Dudley Moore sein.

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In Slaughter Natives – Enter Now The World

„In Slaughter Natives“ ist Jouni Havukainen. 1992 veröffentlichte er sein zweites Album „enter now the world“ und war damit Wegbereiter von etwas, was man vielleicht Symphonic Industrial nennen kann. Die instrumentalen Tracks vermischen End-80er EBM Sounds mit symphonischen Sample im Stile von „Daed Can Dance“. Man darf sich das aber nicht als tumbes Gestampfe vorstellen. Vielmehr löst sich die Musik in Soundscapes auf. Alles sehr kalt und düster und in einer Art und Weise, wie es das 1992 so noch nicht gab. Damals nur als CD erschienen, kommt das Album nun erstmals auf Vinyl heraus.

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Siouxsie And The Banshees – Downside Up

Die britische Postpunk/New Wave Legende „Siouxsie And The Banshees“ um die charismatische Sängerin Siouxsie Soux bedarf längst keiner Vorstellung mehr. Aus dem britischen Punk geboren, entwickelte die Band spätestens beim Wechsel von den 70ern in die 80er einen eigenen Sound, den es sonst anderswo nicht gab und bis heute nicht gibt. Neben neun wegweisenden Alben in den genannten Jahrzehnten veröffentlichten die „Banshees“ unzählige Singles und Eps. Die zugehörigen B-Seiten sind teilweise überragend gut. Grund genug, die B Seiten auf der 3 CDs umfassenden Compilation „downside up“ zusammenzufassen. Das war 2004. Dieses Jahr aber weihnachtet es schon im November und so erscheint „downside up“ erstmals auf Vinyl. Und zwar als 5 LP Box mit Heft. Die ist zwar nicht ganz günstig, aber sicherlich preiswerter als der Erwerb der einzelnen Singles und Eps… Ich freu mich jedenfalls drauf!

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Jess Brett – Raw Emotion Of The Electronic Notion

Die britische Künstlerin Jess Brett ist bereits seit sches Jahren aktiv und veröffentlich seitdem regelmäßig Tracks auf ihrer Bandcamp Seite. Einige Zeit lebte sie in Berlin und gibt an, dass die dortige elektronische Musik Einfluss auf ihr Schaffen gehabt hat. Tatsächlich macht sie eine Art modernen, tanzbaren Synthpop. Alle Klischees, die Ihr damit verbindet, werft gleich wieder über Bord. Denn Brett erfüllt die bewusst nicht. Dabei verwundert beim ersten Hören die für eine so junge Frau ungewöhnlich erwachsene Stimme. Soeben ist auf Minimalkombinat ihr Debüt Album erschienen – ein Querschnitt aus ihrem Schaffen. Da gibt es auch mal einen Track allein auf Gitarre gespielt. Tatsächlich will Jess Bretts Musik in keine Schublade so recht reinpassen. Sie hat keine Scheuklappen auf und so gibt es auf „raw emotion of the elctronic notion“ viel zu entdecken und zu hören. Obendrein soll sie eine großartige Live Performerin sein. Vermutlich werden wir noch einiges von ihr hören!

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Ibibio Sound Machine – Chopping Mountain

2022 tauchte auf einmal die britische Band „Ibibio Sound Machine“ mit ihrem Album „electricity“ auf und überzeugte mit dem überragenden Track „protection from evil„. Wow! Das hat mitgerissen! Aber: Das folgende Album „pull the rope“ konnte daran leider nicht anschließen. Nun ist „chopping mountain“ erschienen. Das ist zwar auch nicht so zwingend wie „electricity“, wartet dafür aber mit einem relaxten TripHop Vibe auf, ohne TripHop zu sein. Es gibt krautige, funky, 60s und World Elemente. Gerne auch alles zusammen. Daraus mischt das britische Kollektiv eine ganze eigene Musik, die hier wieder zugleich zündet!

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Arthur Brown – Nature

Arthur Brown ist eine Legende! Und dazu hat ihn allein ein Stück gemacht: „fire“ von 1968. Seit bald 60 Jahren ist der 1942 geborene Brown musikalisch aktiv. Stets ist seine Musik von psychedelischen Eskapaden und wilden Ideen geprägt. Gerade ist sein neues Album „nature“ erschienen. Und trotz seines fortgeschrittenen Alters versprüht der Künstler hier noch immer eine aufregende Energie. Sei es mal psychedelisch, mal verträumt oder mit Glam-Einwürfen. Wo viele Artists schon deutlich früher nur noch langweilig eigene Geschichte reproduzieren, merkt man hier, dass Brown noch immer auf der Suche ist. Große Überraschung und tolles Album!

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