Various – The Bristol & Bath Blitz Club Meets Art School Sound – 80’s Explosion

Diese neue Compilation ist genau, was der Name beschreibt. Musik aus dem Dunstkreis von Art School und dem legendären Blitz Club – Wegbereiter für New Wave und Synthpop der 80er. Wer nun die zigste Zusammenstellung mit „ABC“, „Duran Duran“, „Visage“ etc. erwartet, liegt komplett falsch; denn hier werden die Bands zusammengestellt, die es eben nicht ins große Rampenlicht geschafft haben. Hier werden 11 (LP) bzw. 20 (CD) Tracks zusammengestellt, die ich allesamt nicht kenne. Und ich behaupte, dass ich mich in dem Genre doch etwas auskenne… Natürlich klingt das wie die bekannten Acts – also wirklich gut. Und so gibt es auf „the bristol & bath blitz club meets art school sound – 80’s explosion“ Einiges zu entdecken. Die physischen Varianten sind sehr limitiert. Da empfiehlt es sich, schnell zuzuschlagen…

https://bristolarchiverecords.bandcamp.com/album/the-bristol-bath-blitz-club-meets-art-school-sound-80s-explosion

(vk)

Charles De Goal – Ici L’Ombre

Vor zwei Jahren wurde das legendäre Debüt „algorythmes“ der französischen „Charles de Goal“ (um zwei Songs erweitert) wiederveröffentlicht. Nun folgt mit „ici l’ombre“ das zweite Album von 1982 – ebenfalls auf May I Records – ein Label, das von einem alten New Rose Mitstreiter gegründet wurde. Damals nur auf LP erschienen, ist dies das erste Rerelease des Albums. Die CD Version ist dabei um ganze 13(!) Tracks erweitert. Ob die LP auch mehr Tracks hat als die ursprüngliche LP, vermag ich noch nicht zu sagen, da ich keine Tracklist der neuen LP finden konnte. Ich gehe aber davon aus, da die originale LP nur schmale 34 Minuten lang ist. Zur der Musik: Auf „ici l’ombre“ sind die Stücke nicht mehr so roh wie auf dem Debüt. Die Stücke sind deutlich durchdachter bis artifiziell, aber immer noch sehr guter Postpunk. Wieso das Album immer ein wenig untergegangen ist, erschließt mich beim neuerlichen Hören nicht. Zumal es ja auch den Clubhit „kling klang“ enthält. Wirklich gutes Album, über dessen Wiederveröffentlichung wir uns freuen können!

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(vk)

Warlock Corpse – Under The Cold Moon

Das „Warlock Corpse“ ein neues Album veröffentlicht, ist erst einmal nichts Ungewöhnliches – so oft bringt der Kasache neue Musik unters Volk. „under the cold moon“ bildet aber insofern eine Ausnahme, dass es komplett mit Band eingespielt wurde. Das sind die ersten Aufnahmen mit Band seit den „Warlock Corpse“s Demos. Bemerkenswert: Die Musik klingt mitnichten nach Black Metal, wie man es bei einem Dungeon Synth Projekt erwarten würde. Stattdessen bilden die Synthies wieder ein Fundament, das beinahe Popappeal mit sich bringt. Und sonst hört sich das fast nach Punk an. Einige Stücke sind bereits bekannt und wurden extra für „under the cold moon“ neu aufgenommen. Starkes Release, das in jedem Fall ein Ohr verdient hat…

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Fabienne Delsol – Indigo Red

Seit über 25 Jahren beschert uns die Wahl Britin Fabienne Delsol feine Musik mit deutlichem 60s Flair und ganz viel Pop. Zu Beginn war sie als Teil der „Bristols“ noch etwas garagiger unterwegs, um sich ab 2004 endgültig dem Pop zuzuwenden. Das gerade erschienene „indigo red“ ist ihr fünftes Solo Album und das erste seit 2019. Alles wie gewohnt im Delsol Universum. Man hat aber das Gefühl, dass die Stücke nun abwechslungsreicher und reifer sind. Das steht Delsols Musik ausgezeichnet. Garage meets Psychedelic meets Sunshine Pop. Gut, dass sie wieder da ist!

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Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki, Tatsuro Yamashita – Pacific

1978 veröffentlichten die drei Japaner Haruomi Hosono, Shigeru Suzuki und Tatsuro Yamashita zusammen die Platte „pacific“. Die ist in vielerlei Hinsicht bemerkenswert. Wie der Titel andeutet geht es hier um Exotika als zentrale Musik. Allerdings vermengt mit einerseits dem Spät 70er Yachtrock-Elementen und Porgrock-Elementen. Das Ergebnis ist zwar extrem cheesy, aber auch richtig gut! Entsprechend ist die Vinyl Version begehrt und teuer. Selbst die Reissues bringen heute Preise ab 80 Euro. Umso erfreulicher, dass das italienische Bootleg-Label Victory noch recht frisch ein liebevolles Bootleg herausgeracht hat. Klanglich gut plus solides Artwork und mit Beilage. Günstige Alternative zu den anderen gesuchten Pressungen.

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Portion Control – 1983-86 – Hit The Pulse To Purge…

Die britische Band „Portion Control“ dürft den meisten für ihren Beitrag zu Minimal und beosnderscEBM bekannt sein. Spannend sind dabei die beiden Compilations von Vinyl On Demand, die das Frühwerk der Band zusammenfassen. Die sind allerdings vergriffen und gesucht. Artoffact veröffentlicht im August mit „1983-86 – hit the pulse to purge…“ eine 4 CD Box mit Tracks aus den Jahren 1983-86. Soweit so spannend. Leider ist die korrespondierende Vinyl Version eine einfache LP mit lediglich einer Auswahl der Stücke. Da hätte man sich vielleicht auch eine Box gewünscht. In jedem Fall dennoch ein spannendes Release.

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Korpus Kristi – Stadt Der Blauen Eier (Selected Recordings And Rarities 1980-1981)

Die kurzlebige Band „Korpus Kristi“ ist zu unrecht etwas in Vergessenheit geraten. Dabei waren Mitglieder der Band durchaus erfolgreich aktiv bei „Schulsport“ und „Die Radierer„. Hier soll es jedoch um die von 1980-81 aktive Band „Korpus Kristi“ gehen. Die machten Untergrund Punk wie man ihn von Bands wie „S.Y.P.H.“ her kennt. Sperrig, punkig, aber voller interessanter Ideen. Das macht sie nämlich besonders: Die Stücke sind überraschend ausgefeilt. Mal gibt es ein Saxophon oder unerwartete Wendungen in den Tracks. Viel zu schade, um vergessen zu werden! Tapete veröffentlicht daher im Oktober eine Zusammenstellung von Single Tracks und einigen Album Stücken von dem großartigen, selbstbetitelten Debüt, ergänzt um einige Raritäten. Schönes Ding und unbedingte Empfehlung!

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Ella Fitzgerald – Live At Falkoner Theatre Copenhagen, 6th February 1966

Die Grande Dame des Jazz Ella Fitzgerald bedarf keiner weiteren Vorstellung. Allerdings ist es bemerkenswert, dass auch noch 30 Jahre nach ihrem Tod noch „neue“ Platten erscheinen. In diesem Fall ein Radiokonzert, das Fitzgerald 1966 in Kopenhagen gegeben hat. Damit gehört die Aufnahme eher zu ihrem Spätwerk. Lange galten die Aufnahmen als verschollen, wurden aber doch wiederentdeckt und erscheinen morgen erstmals(!). Die Stücke bewegen sich zwischen klassischem Jazz, Bigband Sound und sogar Exotica. So sind die zehn Stücke recht abwechlsungsreich. Und wie gewohnt fesselt allein Fitzgeralds Stimme von Minute eins. Tolle und komplett zeitlose Musik!

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Team Dresch – Furthermore

Die US Band „Team Dresch“ wurde in unseren Landen vor allem dadurch bekannt, weil „Tocotronic“ ihnen den Song „die sache mit der team dresch platte“ widmeten. Das war vor 30 Jahren. Und übrigens ebenso erschien in dem Jahr das zweite und bis dato letzte Album der Band. Im September ändert sich das. Dann erscheint nach 30 Jahren Pause mit „furthermore“ Album Nummer drei. Ihre Musik nannte sich Queercore. Damals klang das wie viele aus den Grunge Trümmern erstandene Bands: „Belly“, „Sleater Kinney“ usw. Das neue Album schließt zwar daran an, ist aber nicht nur viel besser produziert, sondern überzeugt auch mit ausgereiften Arrangements und neuen Einflüssen wie Dreampop. Das alles funktioniert besonders gut, wenn es etwas wilder zugeht wie bei „last one at the party“. Überraschendes Comeback einer Band, deren Dringlichkeit heute noch immer gebraucht wird! Bisher gibt es die Single zu hören und es bleibt zu festzustellen, dass das Album deutlich bessere Tracks im Angebot hat. Stark!

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Hausverbot – Farbe Plakate

Was aus einer Schnapsidee alles werden kann… Im November erschien die „Hausverbot“ Debüt EP „befristet“ in kompletter Eigenregie. Es meldeten sich Labels mit Interesse. Auf dem diesjährigen Waveteef Festival folgte dann die „Hausverbot“ Live Premiere. Nun gibt es die neueste 7″ auf dem Nancy Label aus dem Kernkrach Kosmos. Die Vinyl Variante ist hier erhältlich. Digital bekommt ihr die beiden Songs auf der Band-eigenen Bandcamp Seite und zwar hier. Und die Musik? Die ist roh und ungeschliffen wie gewohnt. Aber etwas repetitiver. Also etwas anders als die EP. Aber hört selbst:

https://hausverbot.bandcamp.com/album/farbe-plakate

(vk)